Mit der Einführung von Eduport und der damit verbundenen Verbreitung von WLAN an meiner Schule, sind wir dazu gezwungen, uns mit den möglichen Folgen einer starken Ausbreitung der Nutzung privater Endgeräte in der Schule zu befassen. Denn auch wenn die persönlichen Daten einzelner Lehrer eigentlich nicht besonders interessant sind, ist es doch ein spannendes Ziel, zumindest für Jugendliche, sich in das Netz einer Schule zu mogeln und dort eine kleine Tour zu machen. Anders, als es häufig dargestellt wird, sehe ich in einem solchen Vorgang nicht unbedingt einen Akt krimineller Energie, obgleich mir bewusst ist, dass es sich um zum Teil kriminelle Handlungen handelt, sondern ein neugieriges Ausprobieren, wo die eigenen Grenzen liegen, ein Spiel.

In internen Fortbildungen habe ich gesehen, wie unbedarft insbesondere Lehrer häufig im Umgang mit dem Computer sind. So wird jeder USB-Stick zu einer potentiellen Gefahr für den eigenen Computer, denn auf den Rechnern in Lehrerzimmern kursieren bereits nach kürzester Zeit ausreichende Mengen an Viren und Malware um ein System völlig lahm zu legen. Verhindert wird dies im Falle der Schulcomputer häufig nur dadurch, dass diese über eine Wächterkarte oder ähnliche Mechanismen geschützt sind, die den Computer bei einem Neustart wieder in den ursprünglichen Zustand zurückversetzen.

Würde mich also jemand fragen, wen man in einer Schule am ehesten bezüglich des Datenschutzes oder des Umgangs mit dem Computer schulen sollte, so wäre meine Antwort: die Lehrer. Ich denke insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Lehrer mit den Daten anderer Personen arbeiten, sollten sie in besonderer Weise über ihr Handeln reflektieren. Ich denke jedoch nicht, dass Schüler bereits fit im Umgang mit dem Computer sind. Auch sie benötigen eine grundlegende und fundierte Ausbildung in der Arbeit mit dem Computer. Jedoch, wer soll ihnen diese Dinge beibringen, wenn es für die Lehrperson an „hacken“ grenzt, wenn ein Schüler die Maus von Rechts- auf Linkshänder umstellt?