In meiner Freizeit mache ich sehr viel Sport. Ich spiele Fußball, gehe in das Fitnessstudio meines Vertrauens in der Nachbarschaft, gehe über die Wanderwege laufen und fahre mit meinem Fahrrad auf den Straßen Hamburgs. Insbesondere in meinem Fall kann man es schon fast als eine Art Sucht bezeichnen, denn ohne Sport bekomme ich Probleme. Ich kann mich ohne Sport deutlich schlechter konzentrieren und habe zum Teil sogar Probleme mit dem Rücken. Man kann also sagen, dass Sport für mich ein wesentlicher Teil meines Lebens ist, den ich nicht sofort einstellen kann, ohne mit Folgen zu kämpfen.

Wie sieht es aber bei anderen Menschen aus? Immer wieder sehe ich in meinem eigenen Sportunterricht, dass viele der Schüler quasi gar keine Übung darin haben, sich zu bewegen. Viele von ihnen verbringen ihre vollständige Freizeit vor einem Bildschirm oder anderweitig sitzend. Bedingt dadurch haben sie oftmals große Probleme, sich überhaupt körperlich anzustrengen. Bereits leichte Übungen sind ihnen unangenehm, da sie irgendwie nicht daran gewöhnt zu sein scheinen, sich außerhalb ihrer Komfortzone zu bewegen.

Aus diesen Dingen entstehen jedoch auch Folgen für andere Bereiche des täglichen Lebens. Häufig habe ich festgestellt, dass die Schüler, die im Sportunterricht nicht gewillt oder fähig sind, an ihre eigenen Grenzen zu gehen, auch in anderen Fächern nur bedingt in der Lage sind, sich bei Problemen an diesen abzuarbeiten. Es mag nur die Beobachtung eines einzelnen Lehrers sein, jedoch stellt sich mir die Frage, ob es zwischen der Fähigkeit sich selbst zu überwinden im sportlichen Bereich und der Befähigung akademische Probleme zu lösen eine Verbindung gibt.

Ich will damit jedoch in keinem Fall sagen, dass nur sportliche Schüler gut in anderen Fächern sind. Ich habe in meiner Klasse sogar eine Schülerin, die unsportlich ist, dies jedoch beständig zu ignorieren scheint und dabei sehr stark an ihre eigenen Grenzen geht, wenn dies eine Aufgabenstellung erfordert. Diese Einstellung transportiert sie auch in sämtliche andere Fächer, wo sie durch ihre Art und Weise stets zu den Leistungsträgern innerhalb der Klasse gehört.

Stehen also der Willen Hindernisse zu meistern in sportlichen Dingen und der Wille dies auch bei akademischen Fragen zu machen in einem Zusammenhang? Ich meine schon, weshalb ich es als wichtig erachte, dass jeder sich immer wieder auf den Prüfstand stellt und schaut, was ihm oder ihr so möglich ist.