Für alle Dinge, die wir erleben gibt es ein erstes Mal und häufig ist es dann auch nicht die letzte Gelegenheit eine vergleichbare Erfahrung zu machen. Eines meiner ersten Male habe ich an diesem Wochenende in Fürstenau gehabt. Ich war nicht in der Lage ein Rennen zu beenden, wie ich es ansonsten gewohnt bin. Klar, ich bin nicht unter den ersten 20 oder so, ich komme jedoch immer an und bleibe innerhalb der vorgegebenen Zeiten. Nur an diesem Samstag sollte es anders werden. Bereits beim Warmlaufen vor dem Start konnte ich ein unsanftes Zerren in meinem linken Unterschenkel spüren. Schlechte Gedanken machten sich in meinem Kopf breit und eine Vorahnung, dass ich an diesem Wochenende kein normales Rennen vor mir haben würde und so kam es dann auch.

Vom Start weg hatte ich Probleme mein gewohntes Tempo zu erreichen oder gar zu halten und dann bei Kilometer 9 (circa) geschah es. Meine Beine fingen mitten in einem Hindernis an zu krampfen. So hing ich dann in den Flying Castle Walls, eine Schiedsrichterin, die mir gut zusprechen wollte vor mir, einen Krampf in meinen Beinen, der mich bewegungslos machte, völlig in meinen Armen und war hilflos wie ein Käfer, den jemand auf den Rücken gedreht hat.

Nach diesem Hindernis war nichts mehr normal. Immer wieder hatte ich mir Verkrampfungen zu kämpfen und konnte diese nicht lösen, was mich unfassbar viel Kraft und Willen gekostet hat. Beides Dinge, die mir bei meinem Meister für diesen Samstag, dem Weaver, später gefehlt haben. Beim Weaver angekommen musste ich feststellen, dass die Kraft nicht mehr für ein letztes Aufbäumen reichte. Klar, meine Technik war mies, jedoch waren die Arme und der Geist schon so leer, dass ich nach vier Versuchen, die jeweils beim Aufgang vom niedrigsten Punkt des Netzes gescheitert waren, das Leibchen abgeben musste. Es ging einfach nichts mehr ich war für diesen Tag völlig fertig.

Ein für mich sehr schwieriger Moment, denn eigentlich bin ich daran gewöhnt, dass die Dinge, die ich versuche, klappen. Frust breitete sich aus. Insbesondere die Tatsache, dass ich das Ziel schon sehen konnte, es waren noch 100 Meter und zwei Hindernisse, war nicht gerade förderlich. So gab es dann auch kein Finisherfoto mehr, obwohl ich den Lauf nach Abgabe des Leibchens natürlich noch beenden durfte und dies getan habe. Mir ging es einfach innerlich nicht gut und auch jetzt ärgere ich mich noch immer sehr.

Alles in allem ein Erlebnis, auf das ich gerne verzichtet hätte. Auch die Tatsache, dass nach mir noch bedauernswert viele am Weaver gescheitert sind und mir daher in der Rangliste nicht zwangsläufig gefährlich werden können, tröstet nicht. Ich habe verloren. Gegen ein paar Seile und mich selbst. Daher kann es jetzt nur darum gehen am 08.04. in Nijmegen die Niederlage vergessen zu machen und wieder zu alter Form zu finden.